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Was sind NFTs? (Foto: iStock.com/gesrey)

Was sind NFTs? Verständlich erklärt für Anfänger!

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NFTs haben das Internet in den letzten Jahren im Sturm erobert. Doch was ist überhaupt ein NFT? Als Anfänger bist du hier genau richtig!

Wir erklären dir, was genau NFTs eigentlich sind, auf welcher Technologie sie basieren und warum das Thema derzeit so präsent ist.

Definition: Was ist ein NFT?

Definition: NFT steht für Non-fungible Token.
NFT steht für Non-fungible Token. (Foto: iStock.com/Sergey Shulgin)

NFT ist die Abkürzung für Non-fungible Token. Auf Deutsch bedeutet dies „Nicht austauschbarer Token“. Es handelt sich dabei um virtuelle Wertmarken, welche ein digitales Objekt schützen. Auf diese Weise ist es möglich, einen digitalen Besitz als originales Einzelstück zu kennzeichnen und es eindeutig einem Eigentümer zuzuordnen.

Was ist ein Token?

Ein Token bezeichnet auf Deutsch eine Wertmarke. Dabei handelt es sich um eine digitalisierte Form eines Vermögenswertes oder eines Vermögensgegenstandes. Häufig handelt es sich dabei um eine ausschließlich digitale Datei. Zudem besteht aber auch die Möglichkeit, die digitalisierte Form eines echten Vermögenswertes – wie beispielsweise den Besitznachweis einer Immobilie – zu tokenisieren.

Tokenisierung bedeutet, dass die mit dem Vermögenswert verbundenen Rechte auf den Token überschrieben werden. Auf diese Weise werden Besitzverhältnisse digital abgebildet und handelbar gemacht.

Non-fungible vs. fungible Tokens

Ein Token kann entweder fungible, also austauschbar, oder non-fungible, also nicht austauschbar sein. Ein Non-fungible Token bezeichnet daher einen digitalen Vermögenswert, der einzigartig ist und nicht eins zu eins gegen einen anderen ausgetauscht werden kann.

NFTs lassen sich mit Kunstobjekten wie beispielsweise Gemälden vergleichen, da auch sie einen individuellen Wert besitzen. Tauscht man ein Gemälde gegen ein anderes aus, erhält man meist nicht denselben Wert, den man weitergegeben hat. Das gleiche gilt für Non-fungible Tokens.

Bitcoins hingegen gehören zu den Fungible Tokens, da sie sich beliebig tauschen lassen und immer denselben Wert behalten. Das Gleiche gilt auch für Bargeld – ein 100-Euro-Schein hat immer den gleichen Wert wie ein anderer 100-Euro-Schein.

Wie sieht ein NFT aus?

Non-fungible Tokens haben es in jüngster Zeit immer wieder in die Medien geschafft – beispielsweise als die Fotocollage des amerikanischen Künstlers Beeple für 69 Milionen Dollar oder die erste SMS aller Zeiten für 107.000 Euro verkauft wurde.

Theoretisch kann jeder nur erdenkliche Vermögenswert oder Gegenstand digitalisiert und zum NFT geprägt werden – egal ob digitale Kunstwerke, Videos, Musik, Eintrittskarten für virtuell oder real stattfindende Events, Terrain in Videospielen, digitale Sammelgegenstände wie Sammelkarten oder Nachweise realer Besitztümer. Die Anwendungsgebiete für NFTs sind also beinahe grenzenlos.

Ähnlich wie bei anderen Sammelobjekten erhalten die digitalen Sammelgegenstände durch ihre Limitierung einen Wert. Digitale Sammelgegenstände wie Krypto-Kunst können aus diesem Grund auch als eine Verknappung von Inhalten betrachten werden, aufgrund derer der Wert des Einzelgegenstandes gesteigert wird.

Wie funktioniert die Blockchain-Technologie?

Unter NFTs versteht man also digitale Echtheitszertifikate. Diese werden über das sogenannte „minten“ in die Blockchain gespeist.

Minten wird auch als Prägung bezeichnet. Darunter versteht man das erste Einpflegen des Smart Contracts auf die Blockchain. Bei einem Smart Contract handelt es sich um einen virtuellen Vertrag, in welchem die Rahmenbedingungen für den Kauf und Verkauf des Non-fungible Token gespeichert werden. Auf diese Weise lässt sich unter anderem die Transaktionshistorie des NFTs durch die Blockchain wiedergeben.

Hinter NFTs steht die Blockchain-Technologie.
Hinter NFTs steht die Blockchain-Technologie. (Foto: iStock.com/ismagilov)

Wie Kryptowährungen bestehen NFTs auf einer Blockchain, also einer dezentralen Datenbank. Die Blockchain ist fälschungssicher, da ihre Historie einwandfrei nachverfolgbar ist und sie dezentral stetig weiterentwickelt wird. Auf diese Weise hat jeder die Möglichkeit, Veränderungen im Datenstrang zu erkennen und zu überprüfen.

Vereinfacht gesagt handelt es sich bei der Blockchain um eine Kette aus Informationsblöcken, von denen jeder Block den eigenen und den Hashwert des vorherigen Blocks sowie gewisse Daten enthält. Die in einem Block gespeicherten Daten können beispielsweise Transaktionsdetails von Non-fungible Tokens wie den Verkäufer, den Käufer und den Verkaufspreis enthalten.

Unter einem Hashwert versteht man eine Art elektronischen Fingerabdruck, der immer einzigartig ist und zur Identifizierung des jeweiligen Blockes dient. Da jeder Block den Hashwert seines Vorgängers enthält, entsteht auf diese Weise eine Kette – eine sogenannte Blockchain.

Woher kommt der Hype um NFTs?

Die Beliebtheit von Non-fungible Tokens hängt in erster Linie mit dem Hype um Kryptowährungen zusammen. Doch dies ist nicht der einzige Grund, warum in der letzten Zeit so viel über NFTs gesprochen wird.

Vermutlich hat die Corona-Pandemie einen gewissen Teil zur Popularität der Non-fungible Tokens beigetragen, da Künstler im Zuge der Lockdowns starke Einbrüche erlebten und mit NFTs alternative Einkommensquellen entdeckt haben. Käufer haben sich durch die Quarantäne zunehmend in digitale Welten zurückgezogen und auf diese Weise die Welt der NFTs für sich entdeckt.

Kryptowährungen und NFTs können zudem als Mittel der Investition gesehen werden, da durch die hohe Verschuldung während der Pandemie und die steigende Inflation auch die Angst vor einer Entwertung des Bargelds stetig steigt. Tokens werden deshalb zunehmend als Möglichkeit betrachtet, die Ersparnisse in Sicherheit zu bringen oder durch Wertsteigerung der NFTs sogar Geld zu verdienen.

Welchen Nutzen haben NFTs?

Der Hype um NFTs könnte auch damit zu tun haben, dass die nicht austauschbaren Tokens auch einen konkreten Nutzen haben, der nicht zu unterschätzen ist. NFTs füllen eine bisherige Lücke der digitalen Besitzrechte und bieten die zuvor nicht dagewesene Gelegenheit, den Besitzanspruch auf digitales Eigentum geltend zu machen. Zudem ermöglicht die Blockchain-Technologie, den Besitzer einer Datei eindeutig auszumachen.

NFTs haben vielerlei Nutzen, u. a. um digitale Besitzrechte zu klären
NFTs haben vielerlei Nutzen, u. a. um digitale Besitzrechte zu klären. (Foto: iStock.com/VectorStory)

Auch für Content Creator bieten NFTs neue Möglichkeiten, ihre Inhalte mit einem breiteren Publikum zu teilen und mit ihrem Werk tatsächlich auch Geld zu verdienen. Sie haben sogar die Möglichkeit, durch den Weiterverkauf ihres Contents eine Provision zu erhalten.

Zudem bieten NFTs Künstlern und auch Unternehmen neue Möglichkeiten der Vermarktung und der Kommunikation mit Fans oder Kunden. Die Band Kings of Leon veröffentlicht beispielsweise ihr neues Album als NFT. Bei sechs dieser NFTs ist ein Goldenes Ticket integriert, welches für den Rest des Lebens Plätze in der ersten Reihe garantiert. NFTs enthalten nicht selten Einladungen zu virtuellen Veranstaltungen, exklusive Informationen zu Premieren oder Gutscheine.

Herausforderungen für Non-fungible Tokens

Wenn NFTs in der nahen Zukunft eine zunehmend große Rolle in der virtuellen Welt spielen sollen, müssen jedoch noch einige Herausforderungen gemeistert werden.

Besonders hinsichtlich des großen Stromverbrauchs hinter einer Blockchain wird häufig Kritik geäußert. Untersuchungen des britischen Künstlers und Technologen Memo Akten zufolge hat ein einziges NFT einen CO2-Abdruck von 211 kg, was einem zweistündigen Flug entspricht. Es gibt jedoch bereits Pläne, die Ethereum-Blockchain hinsichtlich ihres Energieverbrauchs zu optimieren.

Eine weitere Herausforderung der Non-fungible Tokens betrifft das Urheberrecht. Derzeit ist es zum Beispiel möglich, digitales Eigentum Dritter selbst als NFT zu prägen und auf diese Weise illegal Profit aus dem geistigen Eigentum anderer zu schlagen. Die Zukunft der NFTs erfordert also eine Möglichkeit, das Urheberrecht der jeweiligen Werke überprüfen und damit schützen zu können.

Die Zukunft der NFTs

Die Zukunft der NFTs sieht vielversprechend und vielseitig aus. Auch Social Media-Netzwerke wie Twitter, Instagram und YouTube integrieren die Non-fungible Tokens zunehmend in ihre Plattformen. Es ist daher auch nicht unwahrscheinlich, dass NFTs in der nahen Zukunft eine große Rolle in Verbindung mit dem Metaverse spielen werden.

Es ist durchaus wahrscheinlich, dass NFTs bald als digitale Eigentumszertifikate oder Beglaubigungen für den Kauf von Gegenständen oder sogar Grundstücken in virtuellen Welten dienen könnten. In Verbindung mit Techniken wie Virtual Reality und Augmented Reality könnten NFTs schon bald den realen Kaufvertrag ersetzen und Einkaufserlebnisse zumindest zum Teil in die virtuelle Welt verlegen.

Da die Anwendungsmöglichkeiten und damit auch die Chancen der Non-fungible Tokens beinahe unendlich sind, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die digitalen Besitznachweise im Internet von Morgen eine große Rolle spielen werden.