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NFT-Sammelkarten sind ein Mega-Hype (Foto: iStock.com/R-DESIGN)

NFT-Sammelkarten: der Hype um digitale Trading Cards

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Da sind zwei Welten zusammengetroffen: Die Blockchain-Technologie und die gute alte Sammelkarte gehen virtuell ein Bündnis ein. Heraus kommt ein Hype um sogenannte NFT-Sammelkarten, den man erst einmal verstehen muss. Wir gehen dem Ganzen anhand von konkreten Beispielen auf den Grund.

Zocken mit virtuellen Fußball-Teams aus NFT-Sammelkarten von Sorare

Sorare heißt eines der aktuell wertvollsten Start-ups in Frankreich. Es wird mit 4,3 Milliarden Dollar bewertet. Sorare generiert Gewinne mit einem Mix aus NFT-Sammelkarten und digitalem Fußball-Game.

Das Ganze erinnert ein wenig an den ebay-Verkauf von Panini Sammelbildchen. Letztere wurden zu digitalen NFT-Sammelkarten, die ein Foto des Spielers samt Namen, Alter, Herkunft, Spielposition und aktuellem Verein zeigen.

Ein David Alaba geht für stolze 277,76 Euro über den virtuellen Ladentisch. Viel Geld für ein digitales Sammelbild. Die gelben Karten sind limitiert auf 1000 Stück. Es gibt noch rote (Limit 100), blaue (Limit 10) und schwarze. Von letzteren gibt es jeweils nur ein Exemplar. Im März ging der „schwarze Ronaldo“ für 245.000 Euro von einem Sammler in den Besitz des anderen über.

Um das Ganze am Laufen zu halten, kann ein Nutzer nicht nur sammeln, sondern Fantasy-Managerteams mit vier Spielern und Torwart aufstellen, die virtuell gegen andere Teams antreten. Es läuft ähnlich ab wie beim Online-Fußball-Manager Comunio. Die Sieger-Teams gewinnen Punkte, die dem Besitzer Geldpreise oder neue Karten bescheren. Sorares Ziel sind nun Verträge mit den 20 größten Ligen der Welt.

Auch Deutschland lädt mit Sport-Collectibles von Fanzone zum digitalen Sammelspaß ein

Das deutsche Pendant zu Sorare heißt Fanzone und ist seit 2020 Berlin am Start. Auch hier fühlt man sich erinnert an Panini: Je seltener das Motiv, umso höher der Preis. Ebenso soll es Überraschungspäckchen geben, die man für maximal 5 Euro erstehen kann. Besondere Einzelstücke oder ganze Sammlungen werden in Auktionen versteigert.

Neben NFT-Karten zu beliebten Sportarten wie Fußball oder Basketball, brachte Fanzone auch eine Kollektion zu den Olympischen Winterspielen 2022 in China heraus. Das Set wurde „Team Deutschland FANZONE-Winter Edition 2022“ genannt und umfasste digitale Sammelkarten der 149 deutschen Olympiateilnehmer. Die Deutsche Sport Marketing DSM als Vermarkter des Deutschen Olympischen Sportbundes DOSB zeichnete sich dafür verantwortlich und brachte das Projekt mit ins Rollen.

Ohne Zuschauer vor Ort war es der Zeitpunkt, den Fans der deutschen Athleten ihre Lieblinge wenigstens virtuell als NFT-Sammelkarten näher zu bringen. Man konnte erstmals tauschen, sammeln und handeln – die deutschen Olympioniken und auch besondere olympische Momente als NFTs.

Man zeigt sich optimistisch bei Fanzone: Das Spiel- und Sammelerlebnis als App ist die zeitgemäße Begleitung für epochale Sportereignisse. Immerhin profitieren die Sportler auch davon: 10 Prozent des Nettoerlöses geht an die Sportler des Olympiateams Deutschland.

NFT-Fußball-Karten der Bundesliga – bei Topps

Auch Topps setzt auf das Fußball-Sammelfieber. Die erste Serie dieser Karten erschien am 11. November 2021, gemintet bzw. geprägt werden Spieler, Spielsituationen und Tore aus der Bundesliga-Saison.

Angepeilt hat man eine Auflage von 6.000 Packs, wobei ein Pack immer vier NFT-Sammelkarten sowie eine Videokarte enthält. Wo Soare durch verschiedene Farben 4 unterscheidbare Kategorien der Exklusivität vorhält, sind es bei Topps gleich 6 Kategorien.

Die Rangfolge ist Legendary (0,75 Prozent aller Karten), Epic (3,00 Prozent aller Karten), Super Rare (7,75 Prozent aller Karten), Rare (19,75 Prozent aller Karten), Uncommon (28,75 Prozent aller Karten) und Common (40 Prozent aller Karten).

Spellfire vereint NFT-Sammelkarten und magisches Fantasy-Gameplay

Ein weiterer Themenbereich, der gerne Sammelleidenschaft von Karten mit Spiel verbunden hat: Die Fantasy-Welt voller Drachen, Druiden, Helden, Zauberer und Monster. Wie seinerzeit im heute vergriffenen Sammelkartenspiel Spellfire. Jetzt ist es wieder da – auf Basis der NFT-Technologie.

Die ersten 115 Karten sind erhältlich, remaster the Magic. Wie einst ist jede Karte individuell ausgestaltet und hat ihre eigene Ursprungsgeschichte.

Ob Sammler oder Spieler, für ein Karten-Deck stehen Monster, Helden, Artefakte und Zaubersprüche zum Kauf bereit. Digitale Technik mit Augmented-Reality-Funktion lassen die Effekte der Karten lebendig erscheinen.

Als Spieler kann man einmal mit Magic-Token durch Spiel der Karten Geld verdienen. Wer gut spielt, sammelt auf den Karten Magiepunkte, die die Karte aufwerten. Die andere Weise, sein Budget aufzubessern, ist der Weiterverkauf begehrter Karten.

NFT-Sammelkarten eignen sich zum Spielen und Geld verdienen

NFT-Sammelkarten hauchen der Leidenschaft von Klebebildchen in Sammelheften virtuelles Leben und einen Hauch von Trading ein. Ein Trend, von dem keiner weiß, wohin er führt. Und wer noch echte Panini-Heftchen hat, der schließt sie zu Hause gut weg – wer weiß …

Sammelkarten boomen seit über 50 Jahren. Und der Gedanke an Sammelkarten als Geldanlage ist nicht aus der Luft gegriffen: Die teuerste Sport-Sammelkarte ist aus dem Jahr 1952 mit dem Konterfei des amerikanischen Baseball-Stars Mickey Mantle. Der letzte Besitzerwechsel dieses Unikats brachte 5,2 Millionen US-Dollar ein.